Sprng Brk 2013
Die letzten Jahre wurde und wird Graz zunehmend von subkulturellen Räumen und Initiativen geprägt. Gleichzeitig sehen sich die Bewohner_innen mit einer repressiven „Verbotspolitik“ konfrontiert. Alles, was nicht ins bürgerliche Weltbild einer sterilen Stadt passt, wird von einer konservativ reaktionären Stadtpolitik an den Rand oder gar ganz hinausgedrängt. Zuerst wurden die Punks vom Hauptplatz verjagt, dann der Alkoholkonsum in der Innenstadt untersagt, Straßenmusik eingeschränkt und am Ende Betteln unter Strafe gestellt. Die Projekt Bar von nebenan musste schließen, weil sie nicht ins Stadtteilkonzept passte. Neuerdings stehen informelle Veranstaltungsorte, wie DIY-Clubs, im Fokus. Durch teils überzogene und unerfüllbar strenge gesetzliche Auflagen sind diese zum Aufgeben gezwungen oder zu einer Professionalisierung und Kommerzialisierung des Veranstaltungsbetriebes genötigt. Unter dem Dogma der Sicherheit wird es kleinen, selbstorganisierten Veranstaltungsorten nahezu unmöglich gemacht weiterhin zu bestehen. Für verschiedene Gruppen sind diese Räume aber essentielle Treffpunkte und als Antwort folgt nicht selten der Rückzug ins Private. Restriktive Gesetze wirken hier über Umwege wie ein Versammlungsverbot und treiben die Atomisierung unserer Gesellschaft voran.
Im Rahmen dieser Diskussion wollen wir herausfinden: Was steckt möglicherweise hinter einer solchen Politik? Aber vor allem wie bzw. ob sich subkulturelle Veranstaltungsorte einer kapitalistischen Verwertung entgegensetzen und sich gleichzeitig staatlicher Repression entziehen können? Welche Strategien wären angebracht?
Die Diskussion wird von Radio Helsinki mitgeschnitten.
Beginn um 17 Uhr
Sub, Kaiser-Franz-Josef-Kai 66, 8010 Graz
Im Anschluss an die Diskussion gibt es Barbecue auf der Sub-Terrasse.
