"Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit"
Krisengespräch #2
"Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit"
mit Felicita Reuschling, Kitchen Politics Kollektiv
Sonntag, 16. Oktober, 18:00 Uhr
Radio Helsinki Funkhaus
Schönaugasse 8, 8010 Graz
Freier Eintritt!
Veranstalterin: Care AG der interventionistischen Linken Graz
Biotechnologie, Postutopie und die Re/produktion der Familie im 21. Jahrhundert
Im 20. Jahrhundert diskutierten Feministinnen die Bedeutung unbezahlter Reproduktionsarbeiten, das sind Arbeiten wie Putzen, Wickeln, Kochen, Zuhören, Pflegen usw., die für die Erhaltung und Wiederherstellung der Gesellschaft notwendig sind. Gegenwärtig wird die feministische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Arbeits- und Ausbeutungsverhältnissen durch Überlegungen zur Anwendung von Reproduktionstechnologien wie Eizellentransfer und Leihgebären ergänzt.
Felicita Reuschling vom Kitchen Politics Kollektiv schließt in ihrem Vortrag genau hier an und nimmt dabei auf das von ihr mitveröffentlichte Buch „Sie nennen es Leben, wir nennen es Arbeit“ Bezug. Sie argumentiert, dass ein postutopisches und widersprüchliches Szenario entsteht: Einerseits wird die Familie zunehmend in den Bereich der Ökonomisierung einbezogen. Gleichwohl bleibt der Wunsch nach dem genetisch „eigenen“ Kind als Bereich persönlicher Beziehungen im Gegensatz zur Ökonomie erhalten.
Wir möchten gemeinsam diskutieren, wie die Veränderung familiärer Lebensentwürfe nicht nur als individuelles Projekt formuliert werden kann, sondern als gemeinschaftliche und gesellschaftliche Sorge-Praxis, als Care-Utopie, abseits der „genetischen“ Kleinfamilie.
Facebook-Event: https://www.facebook.com/events/532932630242040/
(Text: IL Graz)
